Chakren – Ohne esoterisches TamTam anwendbar?! (Pt 2)

In den vorigen Posts habe ich die Hintergründe der Chakren kurz beschrieben und wie sie rein psychologisch wirken können. In diesem Post beschreibe ich daher beispielhaft wie man die Ideen der Chakren einsetzen kann. Ich will die Esoterik nicht verteufeln, doch man sollte sich den Unterschieden zum wissenschaftlichen Erkenntnisstand immer bewusst sein und dann bewusst wählen, was man wann und wie anwenden will. In meiner Aufstellung beschreibe ich vier unterschiedlich weit einsteigende Level für die mögliche Anwendung.

Kurzabriss des 7-Chakren-Systems zur Erinnerung

In der „westlichen Welt“ wird das 7-Chakren-System das am weitest verbreiteten. Es ist das Ergebnis von einer mehr oder weniger akkuraten Übersetzung (1918) von einem Text aus 1577, welcher wiederum eine Abwandlung der ursprünglichen hinduistischen und später buddhistischen Texte war. Mit jedem Chakra wird ein Bereich der menschlichen Lebenserfahrungen assoziert. Diese stellt man sich an bestimmten Stellen des Körpers vor, die assoziativ am besten zu dem Lebensbereich passen. (Mehr dazu hier.)

7. Kronen-
Chakra: Spiritualität + höheres Ich

6. Drittes Auge
Chakra: Intuition & persönliche Wahrnehmung

5. Kehl-Chakra: Kommunikation & authentischer Selbstausdruck

4. Herz-
Chakra: Beziehungen zu sich selbst und anderen

3. Solarplexus-
Chakra: Innere Welt der Gedanken/Glauben, Durchsetzungskraft

2. Kreations-Chakra: Innere Welt der Emotionen, Sexualität und Kreativität

1. Wurzel-Chakra: Verbindung zu allem Irdischen, Festen und Sicheren

eigene Zeichnung

Level 1:

Dies ist das grundlegendste Level, sich mit den Chakren zu beschäftigen. Hier macht man sich zunächst mit einer neuen Anschauung wesentlicher Aspekte und Kompetenzen im Leben bekannt (Sortierung/Zuordnung der Assoziationen in den Chakren). Da das Chakren-System einen ganzheitlichen Ansatz hat, versucht es, das ganze Spektrum der menschlichen Lebenserfahrungen auszudrücken. Vielleicht beobachtet man schon beim Durchlesen oder Videos-Schauen, ob man irgendwelche Lebensbereiche mehr oder weniger leicht versteht oder ob man in einige mehr Zeit und Energie investiert als andere. Diese Erkenntnisse kann man dann damit vergleichen, was man von sich selbst erwartet hat, vielleicht verändern möchte etc. pp.

Level 2:

In dieser Herangehensweise nutzt man die Chakren mit ihren Assoziationen wie in Level 1, nur dass man tiefer einsteigt. Man kann sich wie bei einem Routine-Arztbesuch abklopfen, wie vital und zufrieden man im Moment in den einzelnen Lebensbereichen oder mit seinen jeweiligen Kompetenzen in den Lebensbereichen ist. Während man sich mit den Chakren beschäftigt (über das Sprechen von Mantras, Lesen von Büchern, geführte Meditationen etc.), achtet man bewusst darauf, wie der eigene Körper auf die einzelnen Informationen und Aussagen reagiert. Man fragt sich dabei zum Beispiel:

  • Was fühlst du dabei? Welche Antworten kommen?
  • Gibt es Bereiche/Aspekte, bei denen du dich sicher und selbstbewusst fühlst?
  • Gibt es Bereiche/Aspekte über die du noch nie nachgedacht hast oder nachdenken wolltest?
  • Gibt es Bereiche/Aspekte, die in deinem Leben noch nicht gut oder nur schwer funktionieren?
  • Gibt es Bereiche, bei denen du unsicher bist oder sogar gar nichts fühlst?

Anschließend nimmt man die Erkenntnisse in seinen Alltag mit. Bei den Lebensbereichen oder Kompetenzen, bei denen einem etwas positives, negatives oder noch nie Beachtetes aufgefallen ist, versucht man erst einmal ein aufmerksamer Beobachter zu werden. Auf der Grundlage der darauffolgenden Beobachtungen kann man anschließend neue Strategien oder Verhaltensweisen, die einem im Leben weiter voran bringen, entwickeln, ausprobieren und etablieren.

Level 3:

Eine Variante die Chakren gezielt zu nutzen ist, sie mit Affirmationen zu besetzen. Affirmationen sind Selbstbestätigungen und schon lange als psychologisches Mittel in Therapien zu dysfunktionalen Verhaltensweisen bzw. psychischen Störungen bekannt. In diesen positiven Aussagen kann man seine Intentionen für einen Lebensbereich oder eigene Kompetenzen in diesem Lebensbereich formulieren. In Situationen, in denen wir Entscheidungen zu den in den Affirmationen angesprochenen Thema treffen, begünstigen sie die Nervenaktivität in einem Hirnbereich, der bei Gedanken zu unserem Selbstbild aktiv wird (sog. ventromediale präfrontalen Cortex). Wir sind also durch passend formulierte Affirmationen einfach empfänglicher Möglichkeiten, die sich auftun auch wahrzunehmen, um sie dann möglicherweise zu ergreifen. Genauso nehmen wir so gute Ratschläge und Bestätigungen unserer Intentionen, die ein paar unserer Grundwerte/-ziele beschreiben (eine Studie dazu) schneller oder deutlicher wahr.

Im Folgenden findet ihr Abfolgen von allgemeinen Affirmationen zu den Chakren, die ich mehrfach benutzt habe, um wieder präsent zu werden, also meine Aufmerksamkeit von den Gedanken oder Gefühlen abzuwenden, die gerade in Spiralform durch mich durch wirbelten, sie auf die jetzige Realität zu konzentrieren und mich so zu „zentrieren“/beruhigen. Ich habe mir jeweils irgendetwas (das hat auch von Mal zu Mal variiert) an den gewissen Stellen der Chakren vorgestellt: ein Ball von Licht in der jeweiligen Farbe, meine Hand wie ich sie dort hinhalte etc.

Die einzelnen Affirmationen kann man in ihrer Symbolkraft stärken, in dem man sie in eine „Geschichte“ verpackt. Die beiden Geschichten, die ich hier nenne sind ursprünglich von Carol Tuttle und von mir aus dem Englischen übersetzt. In der ersten „Geschichte“ kann man sich zum Beispiel vorstellen, dass man seine positive Überzeugungskraft aus der „göttlichen Antenne“ (Gott, Götter, Allah, das Universum, Entropie, wie auch immer ihr das nennt) zieht, man sie durch sich durchfließen lässt, bis man sie in die Realität manifestiert und darin gehen kann, weil sie einen überall umgibt. Hier ist das Thema, welches die Chakren alle zu bearbeiten helfen wollen: ein authentisches Leben haben -> „meine Wahrheit“ leben.

  • Ich kenne meine Wahrheit.
  • Ich sehe meine Wahrheit.
  • Ich spreche meine Wahrheit.
  • Ich fühle meine Wahrheit.
  • Ich handle nach meiner Wahrheit.
  • Ich habe Leidenschaft in meiner Wahrheit.
  • Ich bin verwurzelt in meiner Wahrheit.
  • Ich bewege mich frei und unbeschwert in meiner Wahrheit.

Bei der zweiten „Geschichte“ handelt es sich um Affirmationen, mit denen man sich „von unten nach oben“ wie in einer Evolution vom primitivsten zum am weitest entwickeltsten Chakra aufbaut. Jeder dieser Affirmationen wirkt wie eine Intention: „Erinnere dich und verliere nicht die Hoffnung: So gut kannst auch du es werden lassen!“ oder „Erinnere dich: So gut ist es schon für dich / hast du es schon werden lassen.“ Die Formulierungen, die ich hier als Beispiel zum Einstieg gewählt habe, beschreiben jeweils das allgemeinste und positivste Potential der Chakren.

  • Ich bin in meiner Wahrheit verwurzelt. Ich verdiene es, großen Erfolg zu haben sowie anderen großen Erfolg zu ermöglichen.
  • Ich fühle meine sexuelle Identität, kreative und emotionale Lebensenergie und teile sie mit der Welt, so wie andere ihre mit mir teilen.
  • Ich lebe selbstbestimmt und setze meine Stärke dafür ein, mein Leben und das anderer zu segnen.
  • Ich liebe und werde vollkommen geliebt. Ich gebe und nehme mit Leichtigkeit.
  • Ich kommuniziere meine Wahrheit. Es ist für mich und andere positiv sowie befreiend.
  • Ich werde durch Eingebungen und Intuition geleitet und folge diesen Impulsen mit Selbstvertrauen.
  • Ich bin geliebt und begleitet durch eine höhere Macht und lebe mein Leben mit Authentizität und Bestimmung.

Je nachdem, woran ihr arbeiten wollt, könnt ihr die Formulierungen und Geschichten darum herum anpassen. Was man für die einzelnen Chakren nehmen kann, lässt sich leicht von der Tabelle oben ableiten – was spricht euch an?

Level 4:

Wenn ihr gerne mit Symbolen arbeitet und euch die Symbolik des 7-Chakra-System anspricht, könntet ihr weitere, assoziative Symbole in euren Alltag mit einbringen, um ein Chakra „zu stärken“. Ihr stärkt hier natürlich keinen manifestierten und echt existenten Gegenstand. Stattdessen sind die Symbole wie Erinnerungen. Sie können eure Aufmerksamkeit in eurem Alltag oder Arbeitsplatz etc. immer wenn ihr sie seht/wahrnehmt an das erinnern, was ihr euch in dem jeweiligen Lebensbereich oder Aspekt eurer Persönlichkeit vorgenommen habt. In der folgenden Liste findet ihr Vorschläge für solche Symbole. Aber erinnert immer: ein Symbol wirkt nur, wenn es für euch Bedeutung hat. Findet ihr Edelsteine oder Duftöle etc schön, dann benutzt sie! Findet ihr sie reizlos – weg damit! Und erinnert auch, dass dies „nur“ Symbole sind und wir für unser Glück in letzter Instanz immer selbst zuständig sind. ❤

  1. Wurzel-Chakra = Verbindung zu allem Irdischen: Rote Gegenstände wie Edelsteine und Essen, Draußen aufhalten mit Gartenarbeit, Sport oder Spazieren, barfuß draußen sein, Fußreflexmassage, Essen welches in der Erde wächst, Düfte (z.B. Nelke, Rosmarin, Ingwer, Vetiver, Zypresse, Zeder), u.v.m.
  2. Kreations-Chakra = Innere Welt der Emotionen: Orange Gegenstände wie Edelsteine und Essen, wasserhaltiges Essen, Wärmflasche auf Bauch, Bauchmassage, Düfte (z.B. Ylang-Ylang, Sandelholz, Myrrhe, Pfeffer, Vanille, Bitterorange und Orange), u.v.m.
  3. Solarplexus-Chakra = Innere Welt der Gedanken / Glaubenswelt: gelbe Gegenstände wie Edelsteine und Essen, scharfes Essen/Gewürze (soweit es einem bekommt), Wärmflasche auf Bauch, Bauchmassage, Düfte (z.B. Lavendel, Kamille, Zitrone, Anis, Grapefruit, Fenchel), u.v.m.
  4. Herz-Chakra = Beziehungen zu sich selbst und anderen: grüne Gegenstände wie Edelsteine und Essen, Atemübungen, Kräuter, Hand-aufs-Herz-Geste, Düfte (z.B. Rose, Jasmin, Estragon, Kardamom), u.v.m.
  5. Kehl-Chakra = Kommunikation & Authentizität: blaue Gegenstände wie Edelsteine und Essen, Singen, Sprechen (z.B. auch Selbstgespräche), Lachen, Gähnen, Düfte (z.B. Eukalyptus, Kampfer, Pfefferminze, römische Minze, Manuka), u.v.m.
  6. Drittes Auge Chakra = Öffnung zur und Ausdruck der Seele: tiefblaue / indigo Gegentände wie Edelsteine und Essen, konsequente und liebevolle Ehrlichkeit mit sich und anderen üben, Düfte (z.B. Jasmin, Minze, Zitronengras, Veilchen, Weihrauch, Basilikum), u.v.m.
  7. Kronen-Chakra = Spiritualität: Meditation, sehr viel Reflektieren und Reflektiertes festhalten, beschäftigen mit der eigenen Selbstentwicklung, Düfte (z.B. Weihrauch, Rosenholz, Neroli), u.v.m.

Habt ihr solche Techniken schon einmal ausprobiert? Wenn, nein, wie steht ihr jetzt dazu? Und wenn ja, was habt ihr in solchen Prozessen über euch herausfinden können? Ich bin ja gaaar nicht neugierig! 😉

Im nächsten Post schließe ich die Reihe ab, in dem ich auf die Farben-Symbolik der Chakren und deren Relevanz in meinem Leben eingehe. Eine Runde Chakren gibt es also noch! 🙂

>> to be continued <<

Grüße, Annika

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