Meine Angst & Panik (Pt 5)

Zur Beitragsreihe und über den letzten Post: Der folgenden Posts ist der vierte in einer Reihe, in der ich mir die Zeit nehme, das gesamte Phänomen „Angst/Panikstörung“ aus meiner Perspektive zu schildern und meine Herangehensweise an diese Herausforderung teile. Ich habe versucht, das Ganze nicht zusätzlich zu dramatisieren, es kompakt zusammenzufassen und dennoch anschaulich zu beschreiben. Zwischendurch streue ich psychologische Erklärungen und interessantes Hintergrundwissen. Außerdem möchte ich vorher noch betonen, dass meine Geschichte keinesfalls außergewöhnlich ist und Denk- und Verhaltensmuster beinhaltet, die viele Menschen in unterschiedlicher Intensität erleben. Vielleicht erkennt ihr Aspekte auch in eurem Leben wieder. Ich hoffe, dass meine Offenheit bei diesem Thema euch zu neuem Verständnis und Offenheit inspiriert. Ich glaube, dass man keine AngstSTÖRUNG haben muss, um in der heutigen Welt mit Angst und Panik Bekanntschaft gemacht zu haben und nun etwas darüber lernen zu wollen. Wer weiß, welche Türen das öffnet… ❤ #awareness

>> Part 1 <<

„Meine Wahrnehmung & Verhalten als Kind und Teenager“ & „Wieso kann das so verlaufen?!“

>> Part 2 <<

„Erste Schritte des Heilens“

>> Part 3 <<

„Panikattacken“, „Krankenhaus & vorläufige Diagnose“

>> Part 4 <<

„Das Buch über die Awareness Commitment Therapie“

>> Part 5 <<

„Zusammenfassung des Buches“, „Mein Ausblick & Reflexion“

>> find below <<

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Zusammenfassung: erstes Drittel des Buches

Ein bewusstes und gesundes „Pflegesystem“ für alle internen Abläufe, welches nicht nur einmalig oder jährlich, sondern alltäglich und als Teil der Lebenseinstellung angewandt wird, besteht aus:

  1. Verstehen und Akzeptieren lernen. Altes Loslassen.
  2. Eigene Werte/Ziele/Visionen herausarbeiten und immer wieder hinterfragen.
  3. Konsequent und engagiert die tausend kleinen Entscheidungen in Richtung der eigenen Werte/Ziele/Visionen treffen und handeln.

Es geht also in dem Therapieansatz nicht darum, eine Abwesenheit unangenehmer Gefühle und Gedanken zu erschaffen, sondern diese stattdessen zu akzeptieren (zuzulassen) und nicht reflexartig auf diese Gefühle/Gedanken zu reagieren, sondern nach den eigenen Vorstellungen eines höchst wünschenswerten Lebens bewusst Entscheidungen zu treffen!

Zusammenfassung: Relevantes aus den hinteren zwei Drittel des Buches

Die hinteren 2/3 des Buches sind ein Leitfaden, die eine Therapie in 12 Sitzungen für den durchschnittlichen Klienten beschreibt sowie Skripte, Frage- und Auswertungsbögen im Anhang und eine CD-ROM. Besonders herausfordernd im Akzeptanz-Teil für Angststörung ist das Verstehen, dass es in der Therapie gar nicht darum geht, die Ängste loszuwerden oder zu bekämpfen. Was man dagegen über lange Zeit loswerden kann, sind die gestörten Verhaltensmuster, die auf die Ängste wie automatisiert folgen. In den Sitzungen werden unter anderem folgende Aspekte aufgezeigt, wobei ihr das Wort „Angst“ auch durch beliebige unangenehme Gefühle oder Gedanken ersetzen könnt.

  • In Mindfulness-Übungen übt man, wie man über das Meditieren in seinem Körper besonders präsent sein und bleiben kann, egal welche Gedanken oder Gefühle einen so „besuchen“ oder „schikanieren“.
  • Außerdem hinterfragt man die Lebensstrategien, die man für den Umgang mit der Angst entwickelt hat. Sind die Strategien langfristig effektiv, ein generell wünschenswertes Leben zu schaffen oder geben sie nur kurzfristige Erleichterung?
  • Man bekommt aufgezeigt, wie das Vermeiden oder Flüchten vor negativen Situationen/Gefühlen/Gedanken hohe Kosten hat!
    • Durch diese Prozesse verzichtet man zum Beispiel auch automatisch auf schöne oder bedeutungsvolle Erlebnisse. → So kann nicht effektiv lernen/wachsen.
    • Auf die gleiche Art und Weise macht man sich dadurch auch unfrei bzw. abhängig von den Lebensbedingungen oder anderen Menschen.
    • Und das wichtigste: Man macht es sich schwer bis unmöglich, einem wünschenswerten Leben nahe zu kommen!
  • Man lernt, dass man Gefühle/Gedanken außerdem nicht kontrollieren kann. Stell dir vor, ein Mensch bedroht dich mit einer Waffe und du sollst dich entweder entspannen oder du wirst erschossen. Könntest du dich entspannen? Nope!
  • Außerdem merkt man, dass man immer die Wahl hat, von einem internen „Kampf“ auch loslassen! Das reaktionäre Darauf-Eingehen macht es nur noch zu einem größeren Thema: der schreiende Tiger der Angst wird mit Lebensenergie (Gedanken und Gefühle) gefüttert und wächst.
  • Mein bisheriger Lieblingsteil im Buch ist die Volleyball-Metapher, die erklärt, wie das Erleben des Selbst den Kontext anstatt den Inhalts im Leben darstellt.
From the book:
Team A = Anxiety-Team; Team B = Defence-Team, Ball = Feelings/Thoughts
Team A throws thoughts at you: “If you go to the mall tomorrow you are going to have a horrific panic attack.”
Team B blocks it: “Wait a moment. I have gone before and it was fine.”
Team A keeps ball in motion: “That’s what you think now. When you go I will scream at you and blind you with all my knowledge and you will just crouch on the floor with all people looking at you.”
Team B: “I’ll have a friend with me. They will help me.”
Team A: “They will not know how to help you since there is no way to beat me.”
Team B: “At least I can try!.
... And so on and so forth ... 
  • Beide Teams versuchen, das andere Team von Treffern abzuhalten! Da es sehr unangenehm wird, wenn das Angstgedanken-Team einen Treffer landet, kämpft das Anti-Angstgedanken-Team auf Leben und Tod dagegen an und erlaubt sich nie, locker zu lassen!
  • Wann verlierst du? (Die Person, die die Gedanken erlebt)
    • Da beide Teams die Gedanken der wahrnehmenden Person darstellen, verliert die Person immer, egal welches Team verliert – der Kampf ist also aussichtslos.
  • Wo in dieser Metapher sitzt du als Gefühle- und Gedanken-Habende*r?
    • Vorschlag: das Selbst der Person ist das Volleyball-Feld! Die Gedanken (Volleyball) rauschen über das Volleyballfeld und der /die Gefühle- und Gedanken-Habende schaut nur zu. Je nach dem ob ein Gedanke sinnvoll oder wertvoll zu sein scheint, kann die Person darauf eingehen.
    • Sind Gedanken toxisch, irrational oder irgendwie unbrauchbar, kann die Person die Gedanken einfach durchrauschen lassen und muss nicht darauf reagieren.
    • Da es dem Volleyball-Feld für die Sicherheit der eigenen Existenz egal ist, welches Team gewinnt, wird es plötzlich auch nicht mehr wichtig, das Angst-Team zu bekämpfen.
    • Das Angst-Team kann Bälle rüberfeuern und die Person kann sie einfach im Sand fallen lassen – sie sind als Gedanken/Gefühle nicht gefährlich und nicht intrinsisch Teil unserer Identität.
  • Mantra: Wir sind weder unsere Gefühle noch unsere Gedanken!

Mein Ausblick

Um etwas zu lernen, muss es manchmal wehtun – je größer und bedeutungsvoller das Unterdrückte/Unbewusste, desto größer der Druckablassmoment. Aber so muss es nicht unbedingt mit allem sein. Wir haben schon so viele Lehren im Leben mitgenommen, weil wir aufmerksam und bewusst hinschauten. Es lohnt sich weiterhin, in diese Fähigkeiten (zum Beispiel: Akzeptanz) zu investieren.

Auch wenn la amiga „Corona“ es im Moment nicht leicht macht, war ich noch nie besser für eine solche Ausnahmesituationen gewappnet (auch wenn sie meine Angst regelmäßig triggert). Ich kann sagen, dass ich in keinem Fall frei von der Angst bin oder nie wieder Hilfe bezüglich dieses Themas bräuchte. Doch einige Sachen habe ich mittlerweile nicht nur im Verstand gelernt, sondern schon in vielen Situationen mir selbst beweisen können oder bewiesen gesehen:

  • Meine menschliche Existenz ist keine Bedrohung oder Gefahr. Sie ist ein Wunder und ein Geschenk, welches ich bewusst annehme.
  • Wenn schlimme Dinge passieren oder etwas schmerzhaft ist, weiß ich, dass ich die Kapazitäten habe, das meiste aus der Herausforderung zu machen und einen großen positiven Einfluss auszuüben.
  • Ich bin nicht mehr durch meine Gedanken oder Gefühle getrieben. Ich muss nicht mehr gegen an kämpfen oder Widerstand leisten. Ich kann das Leben mit Frieden und Liebe im Herzen fließen lassen und zuschauen, wie es eben so viel zurück fließen lässt!
  • Ich habe Verständnis und Mitgefühl mit dem Kind in mir, was manchmal noch so viel irrationale Angst und Panik empfindet. Ich nehme es verantwortungsvoll an die Hand und führe es durch‘s finstere Tal, zurück zum Licht.
  • Ich sehe und habe Verständnis für all die verletzten Kinder in den Erwachsenen um mich herum. (inklusive Hamsterkäufe und die Polizei-anrufen-wegen-Gruppen-im-Park…) Genauso wie diese Erwachsenen bin ich nicht dumm, ich bin nicht hilflos, ich bin nicht schwach, ich bin nicht allein und ich bin nicht kaputt.
  • Die Verantwortung meiner Realität liegt immer und ausschließlich bei mir, denn ich bin der mächtigste Schöpfer meiner Realität. Wenn ich aus dem Nichts heraus unbewusst starke, physisch messbare Symptome in die Existenz denken konnte und als Reaktionen darauf eine Realität entwickelte… dann ist jegliche Manifestation möglich – für uns alle!

Grüße, Annika

P.S. Hier Post 1, Post 2, Post 3 und Post 4 der Reihe.

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